Agil, Projektmanagement, Softwareentwicklung

Was ist Scrum?

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Vielleicht haben Sie schonmal von „Scrum“ gehört. Wer Scrum anwenden möchte, der entscheidet sich damit für agiles Projektmanagement. Agil steht dabei für die Flexibilität in der Planung und Ausführung von Projekten. Anwendung findet Scrum primär in der Softwareentwicklung, kann aber prinzipiell seine Vorzüge in Projekten jeglicher Art ausspielen.

Was bedeutet der Begriff Scrum?

Der Begriff kommt ursprünglich aus dem Rugby und meint das Gedränge z.B. bei einem Einwurf. Das Projektmanagement-Framework Scrum steht für den Anfang eines neuen Systems, quasi einer neuen Arbeitskultur speziell ausgerichtet auf Projektarbeit. Ein „leichtgewichtiges und flexibles Projektmanagementsystem, das mit wenigen wichtigen Regeln auskommt“. 1995 wurde Scrum von Ken Schwaber und Jeff Sutherland in den U.S.A. vorgestellt und in den letzten zwanzig Jahren auf unterschiedlichen Wegen weiterentwickelt. Die Elemente von Scrum sind aus praktischen Projekterfahrungen abgeleitet.

Aufgaben in der Softwareentwicklung können unter Verwendung von Scrum von einem Entwicklerteam produktiv umgesetzt werden. Das macht vor allem dann Sinn, wenn Projekte zu kompliziert und umfangreich sind, um einen ausführlichen Projektplan für die komplette Umsetzung rechtfertigen zu können. Zumal sich Anforderungen erfahrungsgemäß schnell ändern können und damit den aufwändig erstellten Projektplan sofort wieder obsolet machen. Da das Framework kein starres Instrument ist, sind projektabhängige Abwandlungen jederzeit möglich. Genau dafür ist es sogar bestens geeignet.

Auch die Einbindung von „Externen“ und damit die Einbringung von vielfältigem Know-How z.B. aus Kunden- und Anwendersicht lässt sich im Scrum-Framework einfach realisieren. Dies ist gerade für komplizierte Projekte und die entsprechend umfangreichen Design-Entscheidungen ein Segen.

Milestone-Productions_Teamwork_Office_Commitment

Die Mitglieder eines Scrum-Projekt-Teams arbeiten relativ eigenständig in flachen Entscheidungsebenen an und in der Entwicklung ihrer Softwarelösungen. Sie haben Rollen inne, die mit bestimmten Aufgaben bzw. Verantwortlichkeiten verknüpft sind. Diese sind in Scrum vordefiniert. Zu den vergebenen Rollen gehören der Product Owner, der Stakeholder, die Mitglieder des Entwicklerteams sowie der Scrum Master.

Außerdem erfordert die eigenständige und selbstverantwortliche Arbeit mit Scrum nur ein kurzes Regelwerk. Neben Artefakten als Werkzeuge gibt es fünf Arten von Meetings, die im Zusammenhang mit den Werkzeugen im letzten Teil dieser Serie erläutert werden.

Welche Unterschiede gibt es zwischen herkömmlichen Projektmanagementsystemen und dem agilen Management unter Scrum?

Häufig werden Projekte immer noch mit einem vollständigen Plan gestartet, welcher konsequent befolgt wird und als Basis von Budget- und Zeitplanung dient. Projekte dieser Art sind sogenannte Wasserfallprojekte. Diese Herangehensweise ist besonders effektiv für einfache und überschaubare Projekte.

Scrum und das agile Management-System gehen an dieser Stelle einen anderen Weg. Ein wesentlicher Unterschied dieses agilen Management-Systems besteht in der bewussten nicht vollständigen Planung komplizierter Entwicklungsprozesse.

Gibt es Nachteile beim Scrum?

Teams müssen sich beim Scrum aus eigenverantwortlichen und fachlich versierten Mitarbeitern zusammensetzen. Die Teammitglieder müssen mit Scrum vertraut sein und über gute kommunikative Fähigkeiten verfügen, um einen produktiven Ablauf zu gewährleisten. Ist dies nicht der Fall, so können Komplikationen auftreten.

Weniger geeignet ist Scrum bei sehr einfachen Projekten – dann ist ein Vorgehen nach dem „Wasserfallprinzip“ deutlich effektiver. Ähnliches gilt für hochgradig komplexe oder chaotische Projekte, wie sie bei Forschungsvorhaben vorkommen.

Welche Vorteile bietet das agile Projektmanagement mit Scrum?

Seine Vorteile liegen in dem überschaubaren, leichtgewichtigen und flexiblen Regelwerk, welches mit wenigen wichtigen Rollen, Artefakten (Werkzeugen) und Events (Meetings) auskommt. Flexibel lassen sich auch Externe, z.B. Fachexperten, in das Projektteam integrieren. Die enge Zusammenarbeit und selbstverantwortliche Arbeitsweise der Beteiligten trägt zu einer stärkeren Verbindung zu der Aufgabe und dem Unternehmen bei. Dies führt zu einer gesteigerten Effizienz des gesamten Teams.

Durch die enge Kooperation aller Beteiligten, den zeitlich klar begrenzten Meetings und den für alle einsehbaren Artefakten überzeugt Scrum mit einer beträchtlichen Transparenz innerhalb der Entwicklung. Die für Scrum typischen kurzen Entwicklungsintervalle machen eine schnelle Fehler- und Problemerkennung sowie deren Beseitigung einfach. Auch die Mitglieder des Teams lernen durch die heterogene Teamstruktur und hohe Eigenverantwortung deutlich schneller dazu. Eine ausreichende Transparenz ist zudem unabdingbar für das Treffen von Erfolg bringenden Teamentscheidungen.

Den nächsten Teil unserer Blogartikel-Serie zu Scrum veröffentlichen wir nächste Woche. Da dreht es sich um die Rollen in Scrum.

Photo Credits „Teamwork“: Marvin Meyer

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