Digitalisierung, Künstliche Intelligenz, Softwareentwicklung, Veranstaltungen

OPEN TECH THOUGHTS

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Mit der OPEN TECH THOUGHTS in Wolfsburg erhielt nach den Städten Köln, Berlin und München erstmals Niedersachsen den Zuschlag für die Veranstaltung, die sich mit den Themen der künstlichen Intelligenz in Automotive, Manufacturing und Logistik beschäftigt. „Die größte Diskussion rund um Künstliche Intelligenz in Ihrer Stadt“ fand am 4. Juli 2018 statt. Dreizehn renommierte Dozenten referierten und diskutieren in elf Veranstaltungen mit einem fachkundigen Publikum bestehend aus Softwareentwicklern, Softwarearchitekten, Beratern, Entscheidern und Experten.

Opentechthoughts Keynote

Zentrales Thema war die Künstliche Intelligenz (KI) oder auf englisch Artificial Intelligence (AI). Beide Begriffe bedeuten das gleiche. Die anwesenden Experten und ihre Zuhörer beschäftigten sich dabei mit Fragen wie, was man unter Künstlicher Intelligenz versteht, was sie möglich macht und wo diese ihre Grenzen aufweist.

Was versteht man also unter künstlicher Intelligenz?

Menschen treffen Entscheidungen aufgrund ihrer Wahrnehmungen und Gedanken. Diese Entscheidungsstrukturen nachzubilden und auf ein Umfeld anzuwenden ist das Hauptaugenmerk von KI. Künstliche Intelligenz wird also durch den Menschen erschaffen. Dazu benötigt man Daten, Software und eine Infrastruktur (z.B. einen lokalen Server oder eine Cloud).

Opentechthoughts Deep Learning Keynote

Der Mensch traniert mit den Daten definierte Prozesse mit der KI auf einem Server, bis diese In der Lage ist, die Abläufe eigenständig auszuführen. Dann kann die trainierte KI auf einem Endgerät wie einem Handy oder dem Bordcomputer eines Autos integriert werden. So ist die KI in der Lage dem Menschen eine Entscheidung zu empfehlen oder auch die Entscheidung für diesen zu treffen.

Wo stößt eine KI an Ihre Grenzen?

Eine Grenze, an die die KI stößt, ergibt sich bei der Verarbeitung von unstrukturierten Daten, die in jedem Unternehmen und jeder Behörde produziert werden. Ein passendes Beispiel sind die eingescannten Dokumente, die teilweise aus handschriftlichen Aufzeichnungen bestehen. Gleiches gilt auch für Bilddateien. Bevor eine Maschine mit Hilfe ihrer KI diese Daten verarbeiten kann, müssen diese erst von Menschen in Metadaten umgewandelt oder „gelabelt“ werden. Nur wenn Daten gelabelt und damit für die KI erkennbar gemacht werden, lassen sich diese Daten mit einer KI auswerten. Hieraus ergeben sich aber widerum auch neue Arbeitsmodelle für Beschäftigte.

Als zweite Grenze gibt es viele unterschiedliche Situationen, für die überhaupt zu wenige Daten vorhanden sind. Die verfügbaren Informationen genügen nicht, um einen Datensatz erstellen, mit dem ein Mensch die KI ausreichend trainieren kann. Aber wie löst man solche Probleme? Mit Hilfe von bekannten und angenommenen Koordinaten und Zielvorgaben werden von Menschen Simulationen erstellt. In diesen übt die KI unterschiedliche Szenarien.

Opentechthoughts Session

Ein solches Szenario ist ein sog. Corner Case. Dieser Fall tritt so selten ein oder ist äußerst unwahrscheinlich. Da er aber auch nicht ausgeschlossen werden kann, muss er von der KI durch eine Simulation geübt werden. – Vorsicht, jetzt wird es skurril! – Beispielsweise der völlig absurde Fall es fällt eine Kuh vom Himmel und ein von einer KI gesteuertes Fahrzeug würde in wenigen Sekunden auf diese Kuh treffen. Der potenzielle Schaden für die Insassen und das Fahrzeug wären sehr groß. Die KI trainiert durch Simulationen solcher Fälle einen solchen Corner Case bis sie in dieser Situation die beste Entscheidung treffen kann.

Wann braucht eine KI einen Server und wann reicht ein Endgerät?

Für das Trainieren einer künstlichen Intelligenz und das eigentliche Ausführen der KI unterscheidet man zwei Arten von Software. KI, die u.a. mit Hilfe von Simulationen auf Ihre Aufgaben vorbereitet werden muss, wird auf größeren Servern traniert. Server können die teilweise enorme Rechenleistung zur Verfügung stellen, die sie für das Training der KI benötigen.

Opentechthoughts Session

Das Ausführen der KI passiert dann auf der Onboard-Software, wenn nur begrenzt Rechenleistung und keine dauerhafte Konnektivität zur Verfügung stehen muss. Die Energie wird bei diesen Gerästen meistens über Batterien oder Akku bereitgestellt. Beispiele sind die Stromversorgung beim Automobil oder auf dem Handy. Das Tranieren einer KI mit Hilfe von Onboard-Software ist nur sehr begrenzt sinnvoll.

Worum drehten sich die Think Sessions der OPEN TECH THOUGHTS in Wolfsburg?

• Was ist „Deep Learning“? Welche Dimensionen hat dies für das autonome Fahren? – Jörg Krall, NVIDIA Corporation
• Think Session 1: AV Datasets & MultiGPU Training to the Rescue – Adolf Hohl, NVIDIA Corporation
• Think Session 2: Unterstützung und Beschleunigung der virtuellen Fahrzeugentwicklung mittels KI – Dr. Christian Simmendinger, T-Systems International GmbH
• Think Session 3: Agile Development and ISO26262 Conformance – Jörg Müller-Kindt, NetworkAssets GmbH & Béla Fricz, Luxoft GmbH
• Think Session 4:Datenschutz Zertifizierung und IT-Sicherheit – Daniel Fussy, T-Systems International GmbH
• Think Session 5: Live Demo von Deep Learning mit Tensorflow – Anthony Clarke, T-Systems International GmbH
• Think Session 6: No money to invest? how can roi and ai match! – Bernd Thiel, T-Systems International GmbH
• Think Session 7: Die Ära des digitalen Handschlags: Wie werden digitale Verträge das Geschäft im 21. Jahrhundert verändern? – Dr. Florian Herzog & Sebastian Rummel, Deon Digital AG

Die Downloads zu den Vorträgen findet Ihr auf: https://opentechthoughts.com/downloads

Danke an die Vortragenden und Veranstalter. Auch für das laibliche Wohl war bestens gesorgt. Eine rund um gelungene Veranstaltung.

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